Erste Hüttentour

Tipps zur ersten Hüttentour

Wenn der Juni allmählich wieder in Sicht kommt, dann fängt es bei vielen Hüttenwanderern zu kribbeln an. Denn Anfang Juni öffnen viele Hütten in den Alpen (ein paar Ausnahmen haben auch schon früher geöffnet). Spätestens mitte Juni haben dann alle wieder geöffnet und der run auf die Berge geht wieder richtig los.

Ihr wollt auch endlich mal den Angriff auf eine Hüttentour wagen seid euch aber noch unsicher wie und ob das was für euch ist? Ich gebe euch ein paar Tipps mit an die Hand auf was man achten sollte.
Ihr seid euch unsicher, ob so eine Hüttentour mitsamt Übernachtung überhaupt etwas für euch ist? Dann testet am besten erstmal bei einer Zweitageswanderung mit einer Übernachtung auf der Hütte eurer Wahl ob euch sowas zusagt oder nicht.

Meine erster Tipp der zwar genau genommen nicht notwendig ist, ich euch aber wirklich ans Herz lege. Werdet Alpenvereinsmitglied. Das lohnt sich auch schon wenn ihr keine Hüttentouren, sondern stattdessen Tageswanderungen macht. Ihr seid falls euch mal etwas passieren sollte versichert. Eine Bergrettung die man selber zahlen muss kann ganz schön kostspielig werden. Zwar zahlen manche Krankenkassen einen Zuschuss, aber wie so oft nur einen ziemlich geringen. Zudem unterstützt ihr damit unter anderem die Pflege und Wartung der Wanderwege, die von vielen ehrenamtlichen Helfern in Schuss gehalten werden, damit ihr darauf laufen könnt. Auf der Hütte selber gibt es den ein oder anderen Rabatt. Zum Beispiel sind eure Übernachtungskosten günstiger als für ein Nichtmitglied. Dann gibt es das so genannte Bergsteigeressen, dass es auch vergünstigt und nur für Alpenvereinsmitglieder gibt. Auch so Kleinigkeiten wie Teewasser erhaltet ihr günstiger. Auch noch ein wichtiger Faktor. Ein Hüttenwirt darf euch nicht abweisen. Habt ihr mal keine Hüttenreservierung und euch hindert das Wetter beim weiterkommen oder es gibt einen anderen wichtigen Grund, dass ihr auf der Hütte bleiben müsst obwohl ihr nicht reserviert habt, dann darf euch ein Hüttenwirt des Alpenvereins nicht abweisen. Auch wenn die Hütte brechend voll ist. Notfalls bekommt ihr einen Platz unter einem Tisch in der Gaststube. Natürlich wird ein Hüttenwirt ein Nichtmitglied bei einem heftigen Gewitter sicherlich auch nicht abweisen, aber mit Ausweis geht ihr auf Nummer sicher. Das sind jetzt nur wenige Punkte. Da gibt es durchaus noch mehr Vorteile für Alpenvereinsmitglieder. Mehr dazu direkt beim DAV.

Der nächste Tipp für eine reibungslose Hüttenübernachtung. Reserviert frühzeitig. Seit ein paar Jahren findet ein regelrechter run auf die Berge statt. Das heißt die Hütten sind voll. Ohne rechtzeitige Reservierung fällt eure Hüttenübernachtung ins Wasser. Alpenvereinsmitglieder werden bevorzugt behandelt. Dem Hüttenwirt solltet ihr dabei natürlich neben dem Datum eurer Übernachtung auch die Anzahl der Personen mitteilen die übernachten wollen. Ihr könnt an dieser Stelle dem Hüttenwirt auch schon mitteilen, ob ihr ins Matratzenlager oder falls möglich in ein Mehrbettzimmer wollt. Sobald sich an eurer geplanten Tour etwas ändert, müsst ihr es dem Hüttenwirt mitteilen. Vor allem wenn ihr eure Tour nicht antreten könnt. Im dümmsten Fall gibt der Hüttenwirt nämlich Meldung an die Bergwacht falls ihr nicht auftaucht und die suchen nach euch während ihr vielleicht gerade bei einem Bekannten einen Grillabend verbringt. Außerdem muss der Hüttenwirt auch mit dem Essen planen. Das Essen auf den Berg zu bringen ist wie ihr euch vorstellen könnt nicht ganz so einfach. Auch wenn ihr verspätet eintreffen solltet, gebt auf der Hütte bescheid. Auf den meisten Hütten gibt es nämlich in der Regel nur bis 18 Uhr Abendessen.

Was macht ihr wenn ihr an der Hütte ankommt? Zu aller erst anmelden. Vor dem betreten der Hütte aber unbedingt die Wanderstiefel aus und die Hüttenschuhe an. Durch eure Anmeldung weiß der Hüttenwirt, dass ihr da seid und muss nicht nach euch suchen lassen. Ihr gebt euren Namen an und die Anzahl an Personen die mit übernachten. Als nächstes dürft ihr bezahlen. Achtung! Kartenzahlung ist nur auf sehr wenigen Hütten möglich. Also ausreichend Bargeld mitnehmen. Dann wird euch auch schon ein Schlafplatz zugeteilt. Als nächstes tragt ihr euch auch noch ins Hüttenbuch ein. Vor allem am nächsten Tag wenn ihr euch wieder auf den Weg macht, solltet ihr euch eintragen und euer Ziel, bzw. eure Route angeben. Das dient zu eurer eigenen Sicherheit. Falls etwas passiert wissen die zuständigen Leute wo ihr sein könntet. Viele Hütten bieten extra Plätze für eure Ausrüstungsgegenstände an. Die solltet ihr natürlich nutzen um Wanderstöcke usw. dort aufzubewahren. Für verschwitzte oder durchnässte Sachen haben die Hütten Trockenräume die ihr nutzen könnt. Hier gilt, ist etwas trocken, dann nehmt eure Sachen von der Wäscheleine damit andere Wanderer die Chance haben den Platz zu nutzen. Fürs schlafen ist ein sogenannter Hüttenschlafsack Pflicht. Das ist ein dünner und günstiger Schlafsack den ihr zusätzlich zu den Hüttendecken verwenden solltet. Wie ihr euch vorstellen könnt, kann auf einer Berghütte nicht jeden Tag die Waschmaschine angeschmissen werden. Auf den meisten Hütten kann man durchaus auch eine Dusche in Anspruch nehmen. Bei den meisten muss man hier einen kleinen Obolus entrichten. Immerhin ist es nicht ganz einfach das Wasser entweder den Berg hinauf zu bekommen oder die Wasseraufbereitung ist etwas kostspielig. Vorsicht! Nicht jede Hütte hat Warmwasser. Aber einem gestandenen Wanderer macht das ja sicherlich nichts aus.

Schlafplatz

Auf den meisten Hütten ist spätestens um 22 Uhr Nachtruhe die bis 6 Uhr geht (Ohropacks gegen Schnarcher nicht vergessen). Ja richtig gelesen. Um 22 Uhr sollte man sich auf dem Weg ins Bett befinden. Das ist deshalb so früh, da in den Bergen der Tag früh anfängt. Nicht wenige marschieren um 5 Uhr in der Früh schon wieder weiter. (Wer aber vor 6 Uhr aufbricht, sollte bereits am Vorabend packen, damit er die anderen Hüttenbewohner nicht stört.) Das hat vorrangig mit dem Wetter zu tun. Zum einen ist es im Sommer morgens noch nicht so warm und zum anderen geht man so den im Sommer üblichen Nachmittagsgewittern aus dem Weg. Der frühe Vogel fängt also den Wurm. Auf der Hütte gilt im allgemeinen Rücksicht auf andere zu nehmen. Hinterlasst euren Platz so wie ihr ihn auch gerne vorfinden wollen würdet.

Wie sollte eure Packliste für eure erste Hüttenübernachtung aussehen? Da braucht es streng genommen garnicht viel. Hängt aber wie immer von den eigenen Bedürfnissen und Vorlieben ab.

Bei einer Übernachtung ist ein Tagesrucksack mit einem Volumen von 25l ausreichend. Was kommt da alles hinein? In den meisten Fällen habt ihr das meiste schon an.

• Wanderstiefel
• Socken + 1 Wechselpaar
• Funktionsshirt +1 Funktionsshirt zum wechseln das ihr Abends auf der Hütte anziehen könnt
• Wanderhose, für die Hütte nehme ich persönlich immer noch eine sehr leichte Jogginghose mit
• Funktionsunterwäsche
• Wanderkarte
• Genügend zu trinken und zu essen für unterwegs. Hungerast und Dehydration sind in den Bergen eure schlimmsten Feinde
• Winddichte Wander-/Reckenjacke
• leichte Fleecejacke
• Hygienartikel
• Handtuch
• Hüttenschuhe
• Personalauswei/DAV-Ausweis
• Sonnenhut
• Wanderstöcke
• Sonnencreme
• Sonnenbrille
• Bargeld

Wenn ihr also das Ein oder Andere berücksichtig, steht einem tollen Hüttenaufenthalt nichts mehr im Weg. Aber Achtung! Es macht süchtig.

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