Sind Hüttentouren in den Bergen für Familien leistbar?

Wie ich auf das Thema komme? Meinem Neffen habe ich zu seinem Geburtstag eine zweitägige Hüttentour mit einer Übernachtung geschenkt. Wenn man dann zum ersten mal mit einem Kind auf einer Hütte ist, dann fängt man unweigerlich an sich ein paar Gedanken zu machen. Ein Gedanke davon ist, dass eine Hüttentour, und wenn es auch nur eine Übernachtung ist, für Familien genau genommen Luxus ist. Von mehreren Tagen will ich da garnicht erst sprechen. Vor der Wanderung mit meinem Neffen habe ich mir dazu ehrlich gesagt null Gedanken gemacht.

Im allgemeinen denkt man wandern kann ja nicht so teuer sein. Stimmt. Wenn es vor der Haustüre ist. Für Kinder vielleicht jetzt nicht das spannendste, auch wenn es da durchaus Möglichkeiten in der Gestaltung gibt. Geht man nun aber von einer Hüttentour in den Bergen aus dann sieht das schon ganz anders aus.

Familienhüttentour_articleDas fängt bei der Ausrüstung an. Ja auch Kinder brauchen eine entsprechende Ausrüstung. Nur zu oft habe ich schon gesehen wie Eltern mit den 300€ teuren Wanderstiefeln ihre Kinder in Sandalen oder Halbschuhen im Schlepptau haben und über spitze Steine laufen lassen. Finde ich persönlich verantwortungslos, aber das ist ein anderes Thema.

Gehen wir also mal davon aus die Ausrüstung ist vorhanden. Dann bleibt da erstmal noch die Anreise. Umweltbewusst wie man ja heutzutage sein soll geht es mit der Bahn in die Berge. Je nachdem wo der Startpunkt ist fällt vielleicht sogar noch eine Nacht in einem Gasthaus an. Aber lassen wir die auch mal weg. Erwischt man einen Sparpreis kommt man bei zwei Erwachsenen und zwei Kindern bis maximal 14 Jahren mit um die 100€ (je nach Startpunkt +/-) für die Hin- und Rückfahrt aus.

Für die Übernachtung auf einer Hütte gehen wir davon aus, dass die Eltern Alpenvereinsmitglieder sind. Fallen also für zweimal Lager 20€ an. Die beiden Kinder sind noch keine Mitglieder. Macht für beide Kinder zusammen 40€ (die Preise variieren von Hütte zu Hütte natürlich leicht).

Als nächstes kommt die Verpflegung. Alle wollen und müssen natürlich gut essen damit sie die verlorene Energie wieder reinholen. Wir nehmen also für alle die Halbpension die es auf vielen Hütten mittlerweile gibt und die im Schnitt 25€ pro Person kostet. Dafür gibt es am Abend ein Drei-Gänge-Menü und am nächsten Morgen ein anständiges Frühstück. Macht insgesamt 100€. Natürlich wollen alle auch noch etwas trinken. Die Kinder trinken abends noch ihre drei großen Spezi (was eher noch wenig ist) für je 3,50€. Der Papa seine fünf Radler und die Mama probiert mal dies und mal jenes. Ein Radler kostet auch meist knapp unter 4€. Die Mama trinkt ja nicht weniger. Macht also für beide 40€. Die Kinder kommen auf 21€. Zusammen also 61€.

Macht insgesamt also 361€. Für einen Abend/eine Übernachtung wohlgemerkt. Rechnet man das ganze nun auf eine vier oder fünf Tage dauernde Hüttentour hoch kommen wir auf 1.144€ bzw. 1.505€. Das geht selbst für zwei normal verdienende Eltern ordentlich auf das Budget. Im Vergleich dazu bekommt man wahrscheinlich schon zweiwöchige Vollpension Angebote irgendwo am Mittelmeer für die Preise.

Und bitte nicht falsch verstehen, ich will hier NICHT die Preise der Hütten anprangern. So ein Betrieb einer Hütte ist nicht günstig. Vor allem wenn man an solche Hütten denkt, die mit einem Hubschrauber versorgt werden. Das Geld für die Übernachtungen geht komplett an den Alpenverein. Der Pächter hat da nichts davon und wird mit dem Betreiben einer Hütte auch nicht reich.

Eine Hüttentour ist also etwas, dass man sich als Familie erstmal leisten können muss. Natürlich gibt es auch Möglichkeiten wie man sparen kann, indem man sein eigenes Essen mitnimmt. Dann gehört man allerdings zu den Aussätzigen auf der Hütte. Wenn die Eltern nicht gerade zu den Besserverdienenden gehören, dann ist es denke ich wirklich nicht leicht den Nachwuchs an solche Touren die wirklich toll sein können heranzuführen.

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