Hüttentour zum Geburtstag

Im Januar habe ich meinem zwölfjährigen Neffen Maximilian eine Wanderung mit keinem geringeren als mir selbst geschenkt. Eigentlich habe ich mich damit auch gleich mit beschenkt. Immerhin wandere ich selbst ja auch gerne, wer hätte das gedacht?

Doch nicht nur einfach wandern. In den Bergen muss es dann schon sein und dann am besten noch mit Übernachtung auf einer Hütte. Mein Neffe hat sich gefreut, immerhin hieß das mindestens zwei Tage keine nervigen Eltern. Da er ja im Verein rudert hatte ich mir was die Kondition angeht weitestgehend keine großen Sorgen gemacht. Und das auch zurecht. Vom Tempo her kann er wirklich schon mit manchem Erwachsenen mithalten.

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Aber wo ging es hin? Da es seine erste Wanderung war wollte ich natürlich nicht gleich in den Himalaya. Etwas näher ist da schon das Allgäu um Oberstdorf herum. Von Stuttgart aus gut mit dem Zug zu erreichen. Für uns zwei war bei der Anreise allerdings schon in Sonthofen schluss. Von dort ging es mit dem Bus weiter bis zum Giebelhaus ins Hintesteiner Tal. Das Hintersteiner bietet richtig was fürs Auge. Und schließlich habe ich mich hier auch vor ein paar Jahren mit dem Wandervirus infiziert. So schlecht konnte es also nicht sein. Die erste halbe Stunde ist wie immer etwas öde, da der Weg teilweise auf Asphalt zurückgelegt werden muss.

Das Wetter spielte mit. Für mich persönlich war es schon zu warm aber mein Neffe freute sich und darauf kams ja an. Ich war ja nur der Tourguide. Der Schweiß floss jedenfalls in Strömen… bei mir.

Nach der Asphaltpassage ging es in den Wald der zwar einen angenehmen Schatten bot, dafür aber eine leicht erhöhte Luftfeuchtigkeit hatte. In der Nacht zuvor regnete es ordentlich. So war dann auch der Weg etwas matschig und rutschig. Allerdings kein Problem für meinen Neffen.

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Über den Bärgündelesbach, der einiges an Wasser hatte, ging es hinauf zur Bärgündele Alpe. Dazwischen kam wie immer ein Wasserfall der heute auch einiges an Wasser zu bieten hatte und schon mal für größere Augen bei meinem Neffen sorgte. Da das Hintersteiner Tal auch für Tagestouristen einfach zu erreichen ist trifft man natürlich hier auch auf den ein oder anderen. So auch zwei Familien mit mehreren Kindern. An und für sich ja eine prima Sache. Was mir aber garnicht gefiel war, dass die Kinder Steine zum Teil größer als Tennisbälle den Berg runterschmissen. Die Eltern? Die hat das nicht im geringsten gejuckt. In meinen Augen geht das am Berg einfach nicht, wer weiß schon ob weiter unten nicht jemand entlang geht? Immerhin diente es für meinen Neffen schon mal sehr gut als Beispiel für eines der Dinge die man am Berg nicht macht.

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Kommt man an der Bärgündele Alpe an hat man einen richtig schönen Ausblick ins Hintersteiner Tal. Wenn dann noch alles saftig grün erscheint sieht das einfach nur klasse aus. Ein toller Satz den mein Neffe an dieser Stelle vom Stapel ließ war, „wow sieht das cool aus, irgendwie so unecht. Als ob es in einem Computerspiel wäre“. Ja auch die Natur hat einiges zu bieten.

Dann ging es weiter den Berg rauf bis zu unserem ersten Stopp. Mittagessen und Aussicht genießen war angesagt. Die Chance nutzte ich auch um meinem Neffen mal den Hüttenablauf näher zu bringen. Also von wegen Rücksicht auf Andere nehmen. Wenn man nachts raus muss blos keinem mit der Taschenlampe ins Gesicht leuchten usw..

Nach dem Mittagessen ging es weiter rauf in Richtung Prinz-Luitpold Hütte. Nicht lange und die ersten Kühe begrüßten uns. Natürlich hat ja auch mein Neffe schon was von Unfällen mit Kühen gehört. Gerade als ich ihm erzählte, dass man nur auf das ein oder andere zu achten hätte, dann sind die Kühe harmlos. Keine hektischen Bewegungen, kein Streicheln und dergleichen. Just in dem Moment überholt uns ein Tagestourist und gibt einer Kuh einen Klapps auf den Kopf. NA DANKE! Am liebsten hätte ich jetzt einen Stein genommen … Stattdessen sagte ich nur „siehst du, genau das lass lieber sein“.

Ich weiß wenn ich so Tagestourist schreibe liest sich das wahrscheinlich sehr negativ. An dieser Stellte möchte ich aber beteuern, ich habe NICHTS gegen Tagestouristen. Ich werde das mal in einem weiteren Beitrag näher ausführen.

Weiter ging es in Serpentinen rauf zum Prinz-Luitpold Haus. Dort angekommen wurde erstmal das Quartier bezogen. Danach gab es dann das große Belohnungsspezi, also das erste. Da die Eltern nicht mit dabei waren, durfte man ja. Da es nur drei Stunden bis zum Abendessen gewesen wären, wollten wir beide eigentlich nichts mehr großartiges essen, aber ein Kaiserschmarren klingt einfach zu lecker. Also gab es eine große Portion für uns beide. Danach war dann Quartett spielen angesagt. Natürlich habe ich meinem Neffen keine Chance gelassen.

Nach dem Abendessen ging es für uns beide auch schon relativ früh in die Kojen. Der Tag war lang und wir beide müde. Das tolle übrigens wenn man mit einem Kind auf einer Hütte unterwegs ist, Gruppen mit Kindern werden bevorzugt in einem Lager zusammen gelegt. Das verringert die Chance Schnarcher zu erwischen ungemein. Herrlich.

Da wir als erstes im Lager waren, bekommt man dann auch unweigerlich das Rucksackgeraschel mit, wenn sich die Familien auf den nächsten Tag vorbereiten. Kein Ding, wir sind ja selber schuld wenn wir schon so früh schlafen gehen. Aber einer der dem ganzen wieder die Krone aufsetzt ist immer unterwegs. Wir sind schon so halb am dösen, als ein Lagergenosse das Lager betritt und das Licht anschmeißt. Da es vor 22 Uhr war sagte ich mir wieder, „selber schuld“. Du bist ja so früh ins Bett. Dann verließ er das Zimmer wieder. Aber das Licht war noch an und die Tür auf. Mein Neffe flüsterte leise zu mir rüber, „Thomas der hat das Licht angelassen“. Gutgläubig wie ich bin entgegne ich, „ja der kommt gleich wieder, Tür ist ja auch noch offen, bestimmt ist der nur kurz zum Trockenraum gegangen.“ Nach fünf Minuten hatte ich dann keinen Bock mehr. Ich mühe mich also vom Stockbett herab, mache das Licht aus und die Tür zu. Toll wenn man seinem Neffen am Nachmittag noch erklärt, dass man auf einer Hütte auf die anderen Wanderer Rücksicht nimmt. Das Licht war also aus und der Lärm ausgesperrt. Es dauerte nicht lange bis wir dann einschliefen.

Am nächsten morgen waren wir beide recht früh wach und es ging zum Frühstück. Danach wurden die Sachen gepackt und es ging los zu unserer Tour nach Oberstdorf. Von der Prinz-Luitpold Hütte aus ging es vorbei an der Schönberghütte rauf zum Laufbacher Eck. Bei schönstem Sonnenschein hat man von dort oben eine gigantische Rundumsicht. Dazwischen ging es über ein kleines flaches Schneefeld. Ein kleines Highlight natürlich. Zumal kurz danach auch noch ein Murmeltier bis auf einen Meter an uns heran kam.

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Für meinen Neffen war das Laufbacher Eck nicht ganz so angenehm. Wenn es links und rechts ohne Begrenzung nach unten geht wird es ihm etwas mulmig im Bauch. Hat er auf irgend einer Seite allerdings eine Begrenzung dann kann er wie eine Gams herumspringen. Apropos wie eine Gams herumspringen. Mein Neffe hatte auf dieser Strecke die ja vor allem zwischen Laufbacher Eck und Nebelhorn für normale Wanderer durchaus knackige Passagen hat, absolut null Probleme. Trittsicher und überlegt folgte ein Schritt dem nächsten. Nur selten musste ich mal den ein oder andern Tipp geben.

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Auf der Strecke wird es touristisch auch etwas belebter. Interessant zu sehen wie Erwachsene dann mit großen Augen so einen kleinen Jungen der das alles spielerisch meistert beobachten. Vom Edmund Probst Haus ging es dann, zugegeben etwas zäh, nach Oberstdorf hinunter. Nach so einer langen Tour wurde meine Neffe dann doch schon etwas müde. In Oberstdorf angekommen hieß es noch ein bisschen am Bahnhof warten bis der Zug dann in Richtung Heimat fuhr. Das Fazit meines Neffen war, „richtig cool. Das würde ich nochmal machen.“

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  • A part of Grand Harbour at Valletta. 
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  • Same location, same evening. Which one do you prefer? Valletta at daytime or nighttime and illuminated? 🤔

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  • This is maybe the most famous view of Valletta (or Malta?) shot from Tigné Seafront in Sliema

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  • Such an amazing view from the Upper Barrakka Gardens to the Lower Barrakka Gardens in Valletta 
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