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Lechquellenrunde – Von Zürs zur Stuttgarter Hütte

Anfang Juli stand die Lechquellenrunde in Vorarlberg in Österreich auf dem Plan. Bis auf eine kleine Ausnahme gleich zu Beginn ist es eine wirklich sehr schöne Tour um Lech und Zürs am Arlberg. Die Tour führt über die Stuttgarter Hütte, Ravensburger Hütte, Freiburger Hütte, Göppinger Hütte zur Biberacher Hütte. Völlig ungewohnt für eine Tour auf der ich dabei bin schien im Prinzip jeden Tag die Sonne.

Früh Morgens ging es für meinen Kumpel Michael und mich mit dem Zug von Stuttgart über Lindau, Bregenz, Feldkirch und Bludenz in Richtung St. Anton am Arlberg. Inklusive dreimal umsteigen. Eine Direktverbindung gibt es leider nicht. Immerhin machte sich der Rabattcode des DAV gleich bezahlt.

Der Plan war so gegen 13 Uhr in St. Anton am Arlberg anzukommen um dann mit dem Bus nach Lech am Arlberg zu fahren. Von dort sollte es dann mit der Rüfikopfbahn hoch gehen um schließlich ohne viele Höhenmeter zu absolvieren zur Stuttgarter Hütte zu kommen. So war der Plan, doch wie so oft kam es ein bisschen anders.

Die ersten beiden Umstiege liefen Problemlos, die Züge waren pünktlich. Aber natürlich musste beim dritten mal umsteigen der Zug Verspätung haben. Fünf Minuten hieß es zuerst. „Gut, das reicht uns noch“, dann hieß es zehn Minuten Verspätung. „Naja jetzt könnte es sportlich werden, aber wenn wir nach dem Aussteigen fix sind könnte es gerade noch so passen“. Fünfzehn Minuten Verspätung. „Ach schei… das war wieder so nötig.“ Der ankommende Zug wurde dann noch an einen wartenden angekoppelt. Am Ende waren es bestimmt zwanzig Minuten später. Aber „thank you for traveling with ÖBB“.

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In St. Anton am Arlbeg angekommen überlegten wir erstmal wie wir nun am dümmsten zur Stuttgarter Hütte hoch kommen. Der nächste Bus fuhr erst wieder zwei Stunden später. Ungefähre Ausweichrouten hatten wir zwar im Kopf aber nichts Handfestes. Also erstmal zum Touristikcenter. Die werden schon was genaueres wissen. Dort angekommen war natürlich seit einer Stunde geschlossen. Nach etwas Überlegung fiel dann die Entscheidung. Um nicht ganz so spät an der Stuttgarter Hütte, immerhin mussten wir ja auch noch etwas laufen, anzukommen entschieden wir uns dafür mit dem Zug nach Langen am Arlberg zu fahren und dort mit dem Bus nur bis nach Zürs zu fahren und von dort die ca. zwei Stunden zur Stuttgarter Hütte zu laufen. Die Busfahrt lieferte immerhin schon mal einen Vorgeschmack auf die Umgebung. Man kann sich nicht so schnell sattsehen an den Bergen und der Aussicht.

In Zürs angekommen hieß es dann erstmal Sonnencreme ausgepackt und eingecremt. Völlig ungewohnt brutzelte die Sonne anständig herunter. Wolken waren so gut wie keine zu sehen.

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Auf asphaltiertem Weg ging es zunächst ca. 30 Minuten recht knackig die ersten von ca. 600 Höhenmeter nach oben. Der Beginn ist durch den Weg natürlich alles andere als attraktiv. Bei der ersten Bank legten wir eine kurze Rast ein und nutzten die Gelegenheit um uns mal richtig umzusehen. An und für sich ist die Aussicht schon richtig toll wenn da nicht die vielen Liftanlagen wären die das Bild doch etwas verschandeln. Aber in der Gegend ist der Wintersport halt die Haupteinnahmequelle. Auf der anderen Seite sahen wir auch schon mal unseren Weg den wir am nächsten Tag hochgehen mussten. Und das war ordentlich. Erst kurz nach der Trittalpe verschwinden die meisten dann etwas aus dem Blickfeld. Dafür ist die Stuttgarter Hütte schon früh zu sehen. Unterwegs treffen wir schon auf einige Murmeltiere die ihre Warnschreie von sich geben. Eines davon beanspruchte schon fast den Weg für sich.

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Nur noch wenige Meter von der Stuttgarter Hütte entfernt schweift dann der Blick von der Ländergrenze nochmal zurück. Ein Schritt vor Vorarlberg ein Schritt in Richtung Stuttgarter Hütte Tirol.

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Zürs sahen wir da natürlich nicht mehr. Dafür aber Madlochspitze und Nachbarn. Wirklich ein wunderschöner Ausblick. Dann ging es ein paar Schritte weiter und unsere Blicke in Richtung des Weges den wir eigentlich ursprünglich gehen wollten. Und siehe da. Noch recht viel Schnee lag da. Und urplötzlich war ich zumindest über unseren „Notweg“ nicht all zu traurig. Ich hasse Schneefelder. In der anderen Richtung konnten wir den Valluga sehen. Der höchste Berg in der Gegend. Und auch dort lag noch ziemlich viel Schnee.

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An der Stuttgarter Hütte angekommen war dann erstmal einchecken angesagt. Als erstes ging es in die Stube um etwas zu trinken. Die Hütte machte an sich einen gemütlichen Eindruck. Da noch nirgends Sommerferien waren hielt sich das Besucheraufkommen in Grenzen. Lediglich ein durch den Raum hüpfender Wanderer fiel etwas auf. Dazu kommt in den weiteren Berichten noch was. Etwas später war dann Zimmer beziehen angesagt. Die Tür ging auf und hoppla, was haben wir denn da? Ein Zweibett-Stockbettzimmer. Purer Luxus. Das war so nicht erwartet. Die Tour fing alles in allem schon richtig gut an. Bestes Wetter. Tolle Aussicht und ein klasse Zimmer.

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Nach dem Duschen war dann Abendessen angesagt. Hüttenessen ist ja in der Regel immer etwas tolles. Bis jetzt hatte ich noch nie eine Mahlzeit die mir wirklich absolut nicht geschmeckt hat. Auch die Tiroler Speckknödel waren prima. An diesem ersten Abend wurden wir dann auch nicht wirklich alt. Um halb neun waren wir beide schon im Bett.

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Der Tag war für uns beide einfach schon lang. Gerade als ich mich hinlegen will bemerke ich den ersten Wermutstropfen. Die Matratze biegte sich zur Mitte hin etwas durch. Wenn das mal keine Rückenschmerzen am nächsten Morgen gab.

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