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Lechquellenrunde – Von der Stuttgarter Hütte zur Ravensburger Hütte

Anfang Juli stand die Lechquellenrunde in Vorarlberg in Österreich auf dem Plan. Bis auf eine kleine Ausnahme gleich zu Beginn ist es eine wirklich sehr schöne Tour um Lech und Zürs am Arlberg. Die Tour führt über die Stuttgarter Hütte, Ravensburger Hütte, Freiburger Hütte, Göppinger Hütte zur Biberacher Hütte.

Da es am gestrigen Abend früh ins Bett ging waren wir natürlich früh wach. Die Rückenschmerzen hielten sich glücklicherweise in Grenzen. Nur Michael hatte in der Nacht beim Aufwachen wohl leichte Orientierungsprobleme. Der Blick aus dem Fenster verhieß gutes Wetter. Ausgeschlafen machten wir uns auf in Richtung Frühstück. Danach ging es kurz vor die Tür um das Wetter nochmal zu checken. Und zu sehen war viel Sonne und hier und da ein Wölkchen und natürlich war die Luft hervorragend. Ein Moment in dem ich mich schon kneifen musste um zu sehen ob ich noch schlafe oder tatsächlich wach bin. Auf meinen bisherigen Touren hatte ich nur selten das Glück so ein Wetter zu genießen. Nachdem ich merkte das ich wach war ging es zurück ins Zimmer um den Rucksack zu packen.

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Vor der Hütte war mitlerweile so ziemlich alles auf den Beinen. Wir schnürten die Wanderstiefel und cremten und erstmal ein, so wie jeder Andere auch. Wirklich alle vor der Hütte waren mit eincremen beschäftigt. Schon ein lustiger Anblick.

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Dann ging es auch schon los. Nach ein paar Schritten hielten wir nochmal inne, drehten uns um und verabschiedeten uns von der Stuttgarter Hütte, die ja irgendwie „uns gehört“ als Mitglieder der DAV Sektion Schwaben. Und so ein Glück mit dem Zimmer hätten wir ja bestimmt auch nicht mehr.

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Nach wenigen Metern ging es an den 600 Meter Abstieg in Richtung Zürs. Immer schon im Blick der Gegenanstieg den wir ab Zürs vor uns haben würden. Unterwegs waren wie auch gestern schon Steve und Alan zu sehen und zu hören. (Wer das ist? Hier klicken) Der erste kurze Halt war an einem Wasserübergang. Michael musste dort erstmal das eiskalte Wasser probieren. Ich hielt mich noch zurück.

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Nun waren auch nicht nur Steve und Alan zu hören sondern auch immer mehr ein nervender Hubschrauber, der Lasten an den Baustellen auf den umliegenden Pistenbaustellen verteilte. Durch den Hall der umliegenden Berge war er mehr als deutlich zu hören. Die Skigebiete am Arlberg werden diesen Sommer verbunden. Die Eröffnung ist auch schon diesen Winter. Für Natur und Landschaft nicht sehr schön. Für Tourismus und Wirtschaft natürlich sehr profitabel.

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Natürlich ging es auch auf der asphaltierten Straße auf der wir gestern hoch mussten heute wieder runter. War gestern noch nichts los, es war ja auch Sonntag, kamen uns heute viele Baustellenfahrzeuge entgegen die den Berg hochfuhren. Der kommende Aufstieg war schon mehr als deutlich zu sehen. Und wir überlegten eifrig wo unser Weg denn lang führen würde. Egal welche Route wir ausmachten sah es nach einem richtig langen Aufstieg aus.

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In Zürs angekommen merkte man deutlich, dass die Gegend hier hauptsächlich vom Wintersport lebt. Nur wenige Wanderer, dafür umso mehr Bauarbeiter die entweder auf dem Weg zu den Liftbaustellen waren oder Hotelbaustellen oder den Renovierungen. Wir gingen relativ zügig zum südlichen Ortsausgang um wieder auf unseren Wanderweg zu kommen. Ab hier hatten wir dann beste Sicht auf die Baustellen auf dem Berg unterhalb des nördlichen Trittkopf.

Nach kurzem Fußmarsch entdeckten wir dann den Einstieg zu unserem Wanderweg. Teilweise durch Gebüsch ging es vom Start weg mit der Sonne im Rücken knackig nach oben. Bis hierhin war mir nicht bewusst wieviel ein Mensch schwitzen kann. Es war wirklich verdammt warm. Begleitet vom Hubschrauber Lärm machten wir aber erstaunlich schnell unsere Höhenmeter. Hier auf dieser Seite waren die vielen Liftanlagen noch mehr zu sehen als gestern. Blendet man das aber aus, ist es wirklich eine schöne Aussicht. Um kurz nach elf Uhr machten wir unsere erste richtige Pause und gönnten uns erstmal was zu essen. Dabei immer im Blick – die Pistenbaustelle und der Hubschrauber. Auch die Stuttgarter Hütte konnten wir von hier aus in der Ferne nochmal sehen.

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Es ging weiter steil hoch bis wir nach einer Weile am Zürser See ankamen und eine kurze Strecke relativ eben laufen konnten. Immer in Begleitung der Liftanlagen und des Hubschrauberlärms.

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Am Zürser See legten wir auch noch mal eine kurze Rast ein bevor es dann über das erste kleinere Schneefeld weiter ging. Und ich mag Schneefelder ja bekanntlich nicht. Auch wenn dieses hier noch harmlos war.

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Nach dem Schneefeld ging es jedoch wieder steil hinauf. An dieser Stelle musste ich dann ein kurzes Konditionstief überwinden. Dann stand etwas am Wegesrand, was man eigentlich so garnicht erwartet. Ein Briefkasten. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir natürlich eine Postkarte vorbereitet.

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Weiter ging es über eine kurze Ebene bis der letzte Anstieg an diesem Tag zum Madljochjoch anstand. Oben angekommen war es ziemlich zugig. Der Wind pfeifte uns ordentlich um die Ohren. Nach kurzer Rast und genießen der Aussicht verabschiedeten wir uns für die restliche Tour von den Liftanlagen und auch den Hubschrauberlärm konnten wir endlich hinter uns lassen.

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Nachdem wir das erste größere Schneefeld passiert hatten ging es nun 500 Höhenmeter nur noch bergab. Mal steiler mal weniger steiler. Steve und Alan zeigten sich natürlich auch wieder. Die Aussicht beim Abstieg zur Ravensburger Hütte kann man gut gerne als bombastisch bezeichnen. Der Blick geht über Ravensburger Hütte zum Spullersee bis zum Montafon.

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Nachdem die Kinnladen wieder in Ausgangsposition waren ging es weiter runter. Im Blickfeld immer die 2673 Meter hohe und markante Roggalspitze.

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Nach einigen Ausrutschern und dem Ein oder Anderen umknicken dank verdeckten Schlaglöchern, das hohe Gras hat das ein oder andere mal den Blick etwas getrübt, waren wir im Prinzip auch schon „unten“.

An der Hütte angekommen und angemeldet wurde uns das Zimmer zugewiesen. Um 18 Uhr sollten wir spätestens zum Abendessen in der Stube sein. Danach machten wir uns natürlich gleich daran das Zimmer zu beziehen. Wir machen die Tür auf und sind wieder völlig aus dem Häuschen. Wieder ein Doppelzimmer mit Stockbetten. Wieder purer Luxus. Und diesmal war meine Matratze auch nicht durchgelegen. Da es erst kurz nach 15 Uhr war wollten wir noch etwas die Gegend erkunden. Zuerst wollten wir zum Spullersee runter laufen, entschieden uns aber nachdem wir sahen, dass es doch ein Stückchen weiter runter geht und wir das nachher auch wieder hochlaufen müssten recht schnell dafür zum nahegelegenen Bach zu gehen.

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Am Bach angekommen nutzten wir die Chance unsere Füße im Wasser etwas entspannen zu lassen. Wanderstiefel aus, Füße ins kalte Wasser und nach fünf Sekunden wieder raus. Zumindest ich hab meine Füße schnell rausholen müssen. Das Wasser war eiskalt, der Schmerz zog die Beine rauf. Danach war für mich immer wieder kurzes herantasten angesagt.

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Nach einer ganzen Weile gingen wir wieder zurück zur Hütte um noch zu Duschen und uns dann langsam fürs Abendessen fertig zu machen. Kurz vor 18 Uhr setzten wir uns in die Stube. Dort machten wir dann Bekanntschaft mit Hans und Franz. Während Franz der Ruhigere war, war Hans das genaue Gegenteil. Sehr redselig. Und wir stellten fest, dass beide auch die selbe Tour liefen wie wir. Während ich mich nicht daran erinnern konnte die beiden schon auf der Stuttgarter Hütte gesehen zu haben, wies mich Michael darauf hin, „Hans ist der, der gestern auf einem Bein durch die Stube hüpfte.“ Ach der war das… ok. Während Hans nach seinem Schweinebraten fragte und kein Glück hatte wie auch bei allen anderen Hütten die noch kommen sollten. Entschieden wir uns schon im Vorfeld für die Halbpension. Als schon alle verteilt an Ihren Plätzen saßen wurde vom Hüttenteam eine neue Sitzordnung nach dem Abendessen aufgestellt. Für den Hüttenbesucher ist das System ein klein wenig unübersichtlich, vor allem wenn er nicht bescheid bekommt.

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Um halb acht hatten wir dann unser Essen. Als Vorspeise gab es reichlich Suppe, das Hauptgericht bildete ein Zigeunerschnitzel und als Nachtisch gab es einen Pudding. Grundsolides Hüttenessen. Mir hat es in jedem Fall geschmeckt.

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Nach dem Essen machte sich dann der lange Tag bemerkbar. Immerhin absolvierten wir 1800 Höhenmeter. Dann ging es noch etwas vor die Hütte um Luft zu schnappen und ein bisschen was vom Alpenglühen mitzubekommen. So gegen halb zehn ging es dann aber auch schon in die Kojen.

Infos: 
Wanderkarte
Kompass Karte- Bludenz, Schruns, Klostertal - 1:50.000 (Affiliate Link)  

Stuttgarter Hütte 
Geöffnet von Juni bis Oktober 
36 Zimmerbetten 
20 Matratzenlager 
12 Schlafplätze im Winterraum Website
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