article_lechquellenrunde_Tag3_18

Lechquellenrunde – Von der Ravensburger Hütte zur Freiburger Hütte

Die Lechquellenrunde ist eine fünftägige Wanderroute im österreichischen Vorarlberg. Bei Lech und Zürs am Arlberg gelegen, geht es von der Stuttgarter Hütte über die Ravensburger Hütte, der Freiburger Hütte zur Göppinger Hütte und schließlich zur Biberacher Hütte. Den vorherigen Teil noch nicht gelesen? Von der Stuttgarter Hütte zur Ravensburger Hütte.

Anfang Juli stand die Lechquellenrunde in Vorarlberg in Österreich auf dem Plan. Bis auf eine kleine Ausnahme gleich zu Beginn ist es eine wirklich sehr schöne Tour um Lech und Zürs am Arlberg. Die Tour führt über die Stuttgarter Hütte, Ravensburger Hütte, Freiburger Hütte, Göppinger Hütte zur Biberacher Hütte.

In der Nacht hatte es zum ersten mal auf unserer Tour etwas geregnet. Nachts darf es das ja auch gerne. Am Morgen war davon jedoch nicht mehr viel zu sehen. Nachdem wir gefrühstückt und gepackt hatten machten wir uns wieder so gegen acht Uhr auf den Weg. Von der Ravensburger Hütte ging es auf einem von Tretminen, gelegt von den vielen Kühen, gepflasterten Weg hinunter zum Spullersee.

article_lechquellenrunde_Tag3_1Unterwegs gab es es zu unserer Linken eine lustige Szene, als ein Polizeiauto auf dem Fahrweg zur Ravensburger Hütte von Kühen Umringt wurde und einen Moment brauchte bis es weiter fahren konnte. Wenn Kühe erst mal von „Bullen“ begeistert sind …article_lechquellenrunde_Tag3_2article_lechquellenrunde_Tag3_3Am Damm des Spullersees angekommen hatten wir die Möglichkeit über die Schlechtwettervariante Spullertal und Formarintal zur Freiburger Hütte zu wandern, auf dem auch ein Wanderbus verkehrt, oder über die Variante Gehrengrat und Steinernes Meer. Da das Wetter top war entschieden wir uns natürlich für den Gehrengrat und das Steinerne Meer.article_lechquellenrunde_Tag3_4article_lechquellenrunde_Tag3_5Als wir zum Abzweig kamen der uns vom Spullersee über das Dalaaser Schütz hochführte kamen wir beim Start mächtig ins Schwitzen. Mit der Sonne im Rücken war es wirklich schon anständig warm. Beim Blick zurück hat man hier eine gute Aussicht auf Goppelspitze und Rohnspitze.article_lechquellenrunde_Tag3_6Steve und Alan waren auch hier wieder unsere ständigen Begleiter. Kurz nach einer Schutzhütte wurden die Wege hier dann doch etwas unübersichtlich. Wir hielten uns an eine Spur die andere Wanderer schon vorgaben. Ein paar Minuten später drehten wir uns um, um die Aussicht auf den 2679 Meter hohen Spullerschafberg zu genießen. Da fiel uns auf, dass die Wanderer die weiter hinter uns waren einen anderen Abzweig hoch gingen. Der Linie die sie gehen würden folgend sahen wir dann an einem Kamm auch ein Wanderschild. Wir holten die Karte raus und sahen, dass wir uns etwas verwandert hatten.article_lechquellenrunde_Tag3_8Der reguläre Wanderweg hätte kurz nach der Schutzhütte steil nach oben geführt. Allerdings haben wir beide dort kein Schild oder Wegzeichen gesehen. Zu unserem Glück waren wir wohl nicht die Ersten denen das passiert ist. Auf dem Weg den wir einschlugen führte der Weg über einen Bogen auch zu diesem Wanderschild. Zwar war es ein kleiner Umweg, dafür aber weniger steil und mit einer besseren Sicht auf den Spullerschafberg.

Oben auf dem Kamm angekommen ging es wieder an einer Schutzhütte vorbei den Wanderweg entlang. Und wir fingen schon zu Rätseln an wo uns der Weg hinführen würde. Vor uns hatten wir nur einen steil aufragenden Bergkamm an dessen Hängen viel Schnee lag. Ein Weg war von hier nicht auszumachen. Die Blicke gingen an den Bergen links entlang und rechts entlang. Vielleicht führt der Weg dort einmal drum herum? Bei dem vielen Schnee der da zu sehen war, könnte das ja „lustig“ werden. Nach dem passieren eines Gebirgsbaches war uns schließlich klar wo uns der Weg lang führen würde. Zu Beginn galt es ein Schneefeld zu überwinden, dann würde es in steilen Serpentinen 200 Meter auf den Gehrengrat hoch gehen. Immerhin dann ohne Schnee. Den Gehrengrat sollte man wirklich nur bei gutem Wetter begehen. Mal davon abgesehen, dass man bei Schnee oder Regen nur sehr schwer hoch kommt, ist man bei einem Gewitter in exponierter Lage. Nicht ungefährlich also. Wir machten aber erst noch eine kleinere Pause.article_lechquellenrunde_Tag3_9Hier trafen wir das erste mal auf Bernd und Jürgen. Auch zwei Wanderer die die selbe Tour machten wie wir. Ich zumindest hatte beide bis hier hin auch noch nicht wahrgenommen. So richtig zusammenkommen sollten wir aber erst einen Tag später auf der Göppinger Hütte.article_lechquellenrunde_Tag3_10article_lechquellenrunde_Tag3_11Die Wolken zogen langsam zu, aber ein Glück hielt sich der Regen zurück. Schnaufend und zumindest ich fluchend ließen wir die steilen Serpentinen hinter uns.

Kurzes verschnaufen und weiter ging es. Es warteten nochmal 100 Meter, wenn auch nicht mehr ganz so steil. Dafür kamen wir zur ersten Stelle auf dieser Tour an der man Schwindelfrei sein musste. Rechts die Felswand und links der steile Abhang der hundert Meter oder noch mehr nach unten führte.

Wenn ich auf einer Tour zum ersten mal an so eine Stelle komme habe ich erstmal leicht weiche Knie. Wenn ich sie dann hinter mich gebracht habe läuft es aber mit ähnlichen Passagen problemlos. Als ob ich mich erstmal eichen müsste.

Dann waren wir endlich oben auf dem Gehrengrat. Wenn es nicht bewölkt gewesen wäre, hätten wir von hier oben sicherlich eine bombastische Aussicht gehabt. So hielt sich die Aussicht leider etwas in Grenzen. Aber wir wollen ja nicht meckern. Immerhin kein Regen. Die erste kleinere Herde Gamsen machte es sich hier oben gerade gemütlich.article_lechquellenrunde_Tag3_12Wo es auf einer Seite hoch geht, geht es meistens auf der anderen Seite wieder runter. So auch in diesem Fall. Von hier oben ist das Steinerne Meer gut zu sehen. Für uns war es da aber noch irgendwie unspektakulär. „Die paar Steine halt“. Auch die Rote Wand war beim Abstieg schon gut auszumachen.article_lechquellenrunde_Tag3_13Nach dem steilen Abstieg legten wir eine Mittagspause ein, bevor es dann ins Steinerne Meer ging. Sah es von oben wirklich unspektakulär aus, war das hier unten schon ganz anders. Der Weg führte über Felsspalten, mal tiefer, mal weniger tief und meistens sehr spitz. In diese möchte man nicht unbedingt fallen. Doch vom letzten Jahr in Norwegen war mir das nicht vollkommen unbekannt. Faszinierend was die Natur so hinzaubert. Sind wir vorhin noch davon ausgegangen, dass wir hier zügig durch wären, zog sich der Weg hier doch sehr in die Länge. Auf und ab, auf und ab und 45 Minuten später war es dann aber geschafft. Mittendrin kamen uns Wanderer in Sandeln und normalen Turnschuhen entgegen. Bei den spitzen Felsen sicherlich nicht ohne.article_lechquellenrunde_Tag3_14article_lechquellenrunde_Tag3_15Hinter uns türmten sich nun die Wolken auf, sodass wir schon dachten doch noch Regen abzubekommen. Wir überlegten uns noch den Formaletsch zu besteigen, doch ein Donnergrollen später war klar wir laufen weiter zur Freiburger Hütte. Zwar fing sich das Wetter nun erstmal wieder und die Sonne kam vermehrt zum Vorschein, aber hier in den Bergen kann es ja bekanntlich sehr schnell mit einem Wetterumschwung gehen.article_lechquellenrunde_Tag3_16article_lechquellenrunde_Tag3_17Wir hatten nun beste Sicht auf die Rote Wand. Deutlich war der Rote Streifen durch den Felsen zu sehen, der für den Namen verantwortlich ist. Sieht einfach nur klasse aus.article_lechquellenrunde_Tag3_18Dann waren die Freiburger Hütte und der Formarinsee auch schon zu sehen. Es ging noch ein Stück Bergab zur Hütte die gut besucht war. Viele Mountainbike Fahrer machen hier Station. Nach dem üblichen Anmeldeprozedere bezogen wir unser Zimmer. Diesmal war es zwar kein Zweierzimmer sondern ein Sechsbettzimmer. Was auch nicht so schlecht ist. Das Zimmer teilten wir uns mit drei älteren Herrschaften. Zwei Frauen und ein Mann.

Danach ging es für uns auf die Terasse, auf der die Sonne jetzt wieder kräftig schien. Ein gut gelaunter Sherpa als Bedienung der die Gäste zu unterhalten wusste, war sicherlich das Highlight. (Die Alpenvereine haben ein Austauschprogramm mit den Sherpas.)article_lechquellenrunde_Tag3_19Die Sonne hatte dann aber doch mehr und mehr zu kämpfen um mal durch die Woken zu scheinen. In der Ferne in Richtung Bludenz war schon zu sehen, dass es kräftig abregnete. Auch über uns schlich sich mehr und mehr eine Wolke heran. Doch bis auf ein paar Tropfen hielt sie noch. Während alle um uns herum jetzt schon in die Stube flüchteten, genossen wir als einzige sogar noch unser Abendessen im Freien. Als Vorspeise gab es Suppe, als Hauptgericht einen Hackbraten und als Nachtisch Pudding. Hat klasse geschmeckt und vor allem vom Pudding hätte ich noch mehr essen können.article_lechquellenrunde_Tag3_20Wir waren kaum fertig, fing es nun richtig an zu regnen. Also flüchteten auch wir letztendlich in die Stube. Die Stube war ordentlich voll und die Bedienungen waren damit beschäftigt die restlichen Abendessen zu verteilen und Getränke zu bringen. Es war ordentlich laut und ein geschäftiges treiben. Uns hielt es dann auch nicht mehr lange in der Stube, da wir schon recht müde waren. Ein letzter Blick aus dem Fenster und zu sehen war nicht viel. Eine Wolke hatte sich komplett ausgebreitet.

Infos:
Wanderkarte
Kompass Karte- Bludenz, Schruns, Klostertal – 1:50.000 (Affiliate Link)

Ravensburger Hütte
Geöffnet von Juni bis Oktober
45 Zimmerbetten
57 Matratzenlager
15 Schlafplätze im Winterraum Website

3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.