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Lechquellenrunde – Von der Göppinger Hütte zur Biberacher Hütte

Die Lechquellenrunde ist eine fünftägige Wanderroute im österreichischen Vorarlberg. Bei Lech und Zürs am Arlberg gelegen, geht es von der Stuttgarter Hütte über die Ravensburger Hütte, der Freiburger Hütte zur Göppinger Hütte und schließlich zur Biberacher Hütte. Den vorherigen Teil noch nicht gelesen? Von der Freiburger Hütte zur Göppinger Hütte. 

Unruhige Nacht

Nach einer für mich unruhigen Nacht in der ich wahrscheinlich einhundert mal aufgewacht bin schleppte ich mich, gefühlt von einer Dampfwalze überfahren worden zu sein, zum Frühstück. Der Blick vom Frühstückstisch aus offenbarte immerhin wolkenloses Sonnenscheinwetter. Das Frühstück auf der Göppinger Hütte war schon etwas spärlicher als Tags zuvor noch an der Freiburger Hütte. Was aber auch logisch ist. Die Freiburger Hütte kann bequem über eine Straße angefahren werden wohingegen die Göppinger Hütte über eine Materialseilbahn beliefert werden muss. Der Unterschied macht sich auch auf der Toilette bemerkbar. Plumpsklo ohne Spülung. Treffsicherheit ist also von Nöten.

article_lechquellenrunde_Tag5_1article_lechquellenrunde_Tag5_2 article_lechquellenrunde_Tag5_3Nach dem Frühstück ging es ans Rucksack packen, was sowohl für Michael als auch für mich nicht wirklich rund laufen wollte. Weshalb auch immer, aber wir brauchten ewig. Als wir vor die Hütte gingen war noch eine größere Gruppe anwesend, die aufbrach während wir uns noch abmarschbereit machten. Wir waren die letzten die sich auf den Weg machten. Die meisten der auf der Hütte anwesenden Wanderer machte sich auf den Weg ins Tal nach Zug. Uns beide mit eingerechnet waren es vielleicht fünfzehn Wanderer die sich auf den Weg zum Tourenziel machten. Der Biberacher Hütte. Irgendwann nach 8 Uhr und zwanzig Minuten nachdem die letzten weg waren setzten auch wir uns bei schon gefühlten zwanzig Grad in Gang.article_lechquellenrunde_Tag5_8article_lechquellenrunde_Tag5_5

Die Braunarlspitze lassen wir aus

Unser Ursprünglicher Plan war ja über die 2649 Meter hohe Braunarlspitze zur Biberacher Hütte zu wandern. Da aber das was vom Weg zur Spitze zu erkennen war auch mit Schnee bedeckt war und der Weg laut Beschreibung noch eine Ecke anspruchsvoller ist entschieden wir uns dagegen. Zudem riet auch der Hüttenwirt davon ab diese Route zu gehen. Also taten wir es den anderen gleich und gingen über den Gamsboden.article_lechquellenrunde_Tag5_4article_lechquellenrunde_Tag5_7article_lechquellenrunde_Tag5_9Zuerst begleiteten uns noch einige Schneefelder, die sich aber doch recht bald verabschiedeten. Waren wir nach dem Aufstehen noch recht träge, ging es jetzt doch flott vorwärts. Bevor es zum Gamsboden ging kamen wir noch auf eine kleine Ebene, die uns beide etwas an die Herr Der Ringe Filme erinnerte. Am Gamsboden holten wir bei einer kleinen Kletterei die ersten Wanderer ein. Die Sonne brutzelte mitlerweile schon ordentlich von oben herunter.article_lechquellenrunde_Tag5_6article_lechquellenrunde_Tag5_11article_lechquellenrunde_Tag5_10

Eine spitzen Aussicht

Der Blick hier in den Talkessel war bei diesem Sonnenschein schon erstklassig. Das saftige grün strahlt hier einem förmlich entgegen. Ähnlich wie in den Allgäuer Alpen. Das Gipfelkreuz der Braunarlspitze war ebenfalls gut zu erkennen. Für uns stand jedoch erstmal ein ordentlicher Abstieg in Richtung Obere Alpschellaalpe an wo wir auch die restlichen Wanderer noch einholten. Von 2245 Metern runter auf 1682. Die Obere Alpschellaalpe bietet sich als idealer Pausenplatz an. Bänke die sich mit ausfahrbaren Markisen in den Schatten stellen lassen. Wenn gerade jemand da ist, kann man sich auch was zu trinken kaufen. Die Getränke werden in einem mit Wasser gefüllten Steintrog gekühlt.article_lechquellenrunde_Tag5_13article_lechquellenrunde_Tag5_12Bei toller Aussicht und gutem Wetter lässt sich hier die Zeit wirklich genießen. Aber irgendwann muss der Wanderer ja weiter. So auch wir. Nachdem wir uns ausreichend gestärkt hatten waren wir diesmal die ersten die aufbrachen. Ein kleines Stück ging es noch runter. Etwas unterhalb der Unteren Alpeschellaalpe die auf 1440 Metern liegt. Die Sonne ließ einen nun auch deutlich die Mittagszeit spüren. Wo es runter geht, da geht es in der Regel auch wieder irgendwo hoch. So auch hier zum letzten richtig knackigen Anstieg dieser Tour. Davor mussten wir noch kurz einen Bach über eine Holzbrücke queren, die aber harmlos ist.article_lechquellenrunde_Tag5_14

Die Hitze

War es nicht sowieso schon warm genug ging es nun auch noch im dichten Gestrüpp nach oben. Mit Wind der einen wenigstens etwas abkühlt ist hier nicht zu rechnen. Ein kurzer Stahlseilversicherter Abstieg zum Metzgertobel der auf 1502 Metern Höhe liegt und das queren des selbigen über eine zweite kurze Holzbrücke. Auch von hier ist der Blick in den Talkessel spitze.article_lechquellenrunde_Tag5_17article_lechquellenrunde_Tag5_18article_lechquellenrunde_Tag5_16In der heißen Mittagshitze mühten wir uns nun immer die Braunarlspitze im Rücken zur Biberacher Hütte auf 1846 Meter hoch. Bei der Hitze mussten wir öfters eine kurze Rast einlegen, aber ohne die Rucksäcke abzusetzen. Der Platz reichte meistens auch nicht dazu aus.article_lechquellenrunde_Tag5_15article_lechquellenrunde_Tag5_19Nach einiger Zeit und vielen Flüchen später kamen wir an der Litehütte auf 1836 Metern vorbei. Der Weg ging von da an relativ gemächlich vorwärts, begleitet vom Glöckchen Leuten der vielen Schafe die hier eingezäunt grasten.article_lechquellenrunde_Tag5_20article_lechquellenrunde_Tag5_21article_lechquellenrunde_Tag5_23

Das Ende der Lechquellenrunde ist erreicht

Die Biberacher Hütte war nun auch schon in Sichtweite. An der Hütte waren wir so ziemlich die ersten. Nur zwei oder drei Wanderer die die Tour in umgekehrter Reihenfolge marschierten waren da. Wir machten unsere Betten in den Lagern klar und gingen dann auch schon zum duschen. Auch wenn es draußen so heiß ist kostet das duschen mit eiskaltem Gebirgswasser im ersten Moment immer wieder Überwindung. Nach dem duschen ging es für uns auf die Hüttenterasse wo wir unsere ersten Kaltgetränke zu uns nahmen und die Aussicht ins Walsertal genossen. Nach und nach trudelten auch die restlichen Wanderer von der Göppinger Hütte ein. Allesamt waren am ächzen über den sehr schweißtreibenden Aufstieg zur Biberacher Hütte.

Nach dem Abendessen ging es dann wieder nach draußen vor die Hütte wo wir mit allen anderen zusammen die letzten Sonnenstrahlen genossen bevor es dann ins Lager ging. Natürlich waren wir auch da wieder die letzten.article_lechquellenrunde_Tag5_22Am nächsten Tag stand die Abreise an. Doch bevor wir endgültig nach Landsteg auf 1070 Meter hinunter aufbrachen nahmen wir noch einen letzten kleinen Marsch in Angriff. Es ging knapp über den Giglturm auf 2112 Metern Höhe. Der Abstieg war dann auch nicht besonders spektakulär. Teilweise steil auf befestigter Straße ging es für uns hinunter, begleitet von vielen Kühen auf den Wiesen.

Zum Abschluss bleibt zu sagen, dass die Lechquellenrunde wirklich lohnenswert ist. Die Aussicht ist zu jeder Zeit toll. Die Hütten sind allesamt gemütlich. Das Essen war auf jeder Hütte gut. Die Auswahl variiert dabei natürlich von den Möglichkeiten die die Hütten bei der Anlieferung haben. Nur die vielen Liftanlagen bei Lech und Zürs trüben das ganze etwas. Doch die Haupteinnahmequelle ist und bleibt hier nunmal der Wintersport.

Infos:

Wanderkarte
 Kompass Karte- Bludenz, Schruns, Klostertal - 1:50.000 (Affiliate Link)

Biberacher Hütte
Geöffnet von Juni bis Oktober
11 Zimmerbetten
79 Matratzenlager
20 Schlafplätze im Winterraum
Website
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